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2 Sozialwelt

Das hat sich die ökumenische Arbeitsgruppe zur Diskussion überlegt:

Deutschland ist ein reiches Land. Der Grundkonflikt, der sich durchzieht, besteht nicht zwischen Jung und Alt oder zwischen Stadt und Land, sondern zwischen Arm und Reich. Eigentum verpflichtet und stärkere Schultern müssen die schwächeren unterstützen – das müssen weiterhin wichtige gesellschaftliche Vereinbarungen sein.

  • Die Umverteilung zwischen Arm und Reich muss durch eine Vermögenssteuer organisiert werden. Auch die Erbschaftssteuer sollte deutlich erhöht werden – warum nicht auf 100%?
     
  • Jede_r muss das Recht auf angemessene, kostenfreie Alters- und Gesundheitsversorgung haben. Dabei dürfen reichere Menschen nicht aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten bevorzugt werden.
     
  • Statt verschiedener undurchsichtiger Fördermöglichkeiten -wie Kinderfreibeträge oder Kindergeld- muss es eine Kinder- und Jugendgrundsicherung geben.

Was meint ihr dazu? Oder ist Euch etwas ganz Anderes wichtig beim Thema "Sozialwelt". Ihr könnt in Euren Beiträgen einzelne Thesen kommentieren, oder ganz neue Aspekte in Diskussion einbringen.

Die Beitragsphase ist bereits vorbei.

Wichtig ist vor allem, Erträge aus Kapitalbesitz höher zu besteuern. Warum gibt es denn eine pauschale Abgeltungssteuer, anstatt auch hier den Einkommenssteuersatz heranzuziehen? Zudem muss geschaut werden, dass es nicht so viele Lücken und Kniffs gibt, durch die Spitzenverdiener Steuern sparen..


Zu 2: Absolut richtig! Auch die Arbeitsbedingungen in diesen Bereichen müssen der wichtigen Verantwortung gerecht werden.


Zu 1: Definitiv solllte es eine Vermögenssteuer geben. Eine Erbschaftssteuer zu 100% fänd ich aber schwierig - das würde ja auch bedeuten, dass Kinder das Haus ihrer Eltern im Fall deren Todes verlieren würden. Insgesamt sollte aber das Steuersystem Vermögende angemessen zur Kasse bitten.


Eine Umverteilung wird das Problem nicht lösen, Arm und Reich sind keine Gegensätze sondern Verhältnisse. Wichtig ist doch das wir ein Existenzminimum in Deutschland sichern das es jedem ermöglicht am sozialen Leben teilzunehmen und sich selbst zu verwirklichen. gruß Rouven Magnus


Zum Thema Erbaschaftssteuer: "Ich arbeite dafür, damit es meine Kinder einmal besser haben". Das Vererben an die Kinder ist bei Arm wie bei Reich durchaus eine Quelle der Motivation.


zu Punkt 3: Warum gibt es nicht mehr Förderung für Jugendliche? Zum Beispiel mehr/leichtere finanzielle Unterstüzung während der Ausbildung um eine eigene Wohnung halten zu können??


- Die Erbschaftsteuer zu erhöhen, finde ich nicht gut, es können auch ärmere Menschen erben, bspw. ein wertvolles Haus, die es dann verkaufen müssten um die ErbSt zu bezahlen


- zum Thema Vernögenssteuer: absolut richtig! Diese sollte auf jeden Fall erhöht werden auch der Spitzensteuersatz in Deutschland ist vergleichweise niedrig, jedoch muss auch das europäische Umfeld dabei bedacht werden: Sind die Steuersätze zu hoch, ziehen die Reichen eben um, s. Fall Boris Becker


Warum werden die Spitzensteuersätze bei der Einkommenssteuer nicht erhöht? Wo doch selbst die potentiell Betroffenen sich dafür aussprechen?


Zu erstens. Vermögenssteuer: Wenn, dann nur als globale Lösung möglich. Dafür ist in Deutschland der Nationalgedanke zum Glück zu schwach, als dass man für die Gesellschaft schuftet, wenn man wo anders so viel "günstiger" leben kann.

Zu erstens. Vermögenssteuer: Wenn, dann nur als globale Lösung möglich. Dafür ist in Deutschland der Nationalgedanke zum Glück zu schwach, als dass man für die Gesellschaft schuftet, wenn man wo anders so viel "günstiger" leben kann und das behaltet was man "selber" erarbeitet hat. Zur Erbschaftssteuer: freies Kapital zu hundert Prozent zu besteuern kann dazu führen, dass viel Unsinn mit dem "Rest" gemacht wird. Sinnlos eingekauft, verpasst, was noch gut ist, wird weggeschmissen (umweltgrdanke) usw usf. Bei in Sachwerten gebundenem Kapital sehe ich das kritisch. Was ist mit dem Familienunternehmen, das über 3 Generationen aufgebaut wurde und inzwischen 5 Millionen hält? Das kann man nicht innerhalb von von kurzer Zeit ablösen, vorallem, wenn man kein Geld erbt, mit dem man es machen könnte ;-). Auch der Bauernhof, der schon seit 10 Generationen in Familienhand ist, immer ein bisschen was dazu gekommen ist und auf einmal komplett vom Staat aufgekauft werden müsste, weil der ja 100% vom wert haben möchte ist für eine Einzelperson schlichtweg unmöglich.