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5 Arbeitswelt

Das hat sich die ökumenische Arbeitsgruppe zur Diskussion überlegt:

Arbeit ist mehr als Broterwerb. In unserer Gesellschaft werden Arbeit und der dadurch erreichte wirtschaftliche und soziale Rang vollkommen überhöht. Das zeigt sich auch daran, dass wir längst in einer Klassengesellschaft leben, in der der soziale Aufstieg kaum möglich ist. Ohne einen radikalen Umbau des Wirtschafts- und Sozialsystems ist eine Verbesserung im christlichen Sinne unmöglich.

  • Bei der gesellschaftlichen Bewertung von Arbeit und sozialem Status muss es (mindestens) zwei Veränderungen geben: Erstens muss auch nicht-monetäre Arbeit Anerkennung finden und der Mensch muss ganzheitlich in den Blick genommen werden. Jede_r bringt auf seine_ihre Art und Weise seine_ihre Talente ein. Zweitens muss eine Neubewertung der bestehenden Berufsgruppen erfolgen. Z. B. muss der gesamte soziale Bereich mit seinen verantwortungsvollen Aufgaben aufgewertet werden!

  • Nicht wirtschaftliche Interessen dürfen die Rahmenbedingungen für die Berufsfindung von jungen Menschen vorgeben. Jede_r muss genügend Zeit und Möglichkeiten des Ausprobierens bekommen.

  • Auch das Familienleben darf nicht wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ein stressfreies Vereinbaren von Beruf und Familie ermöglichen.

Was meint ihr dazu? Oder ist Euch etwas ganz Anderes wichtig beim Thema "Arbeit". Ihr könnt in Euren Beiträgen einzelne Thesen kommentieren, oder ganz neue Aspekte in Diskussion einbringen.

Die Beitragsphase ist bereits vorbei.

In den sozialen Berufen muss es mehr strukturelle Finanzierung geben. Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer die Risiken tragen und dafür nicht entlohnt werden. Daher: Weniger befristete Projektstellen und mehr dauerhafte Strukturförderung!


Die voranschreitende Schwächung der sozialen Absicherung zwingt viele Menschen prekäre Arbeitsverhältnisse aufzunehmen, die durch die Agenda 2010 erst verschärft wurden, aber auch schon davor möglich waren. Wir dürfen für unser überleben nicht unsere Würde aufgeben!


Die Arbet sollte so angelegt sein, dass junge Menschen ihr Leben planen können. Grade die aktuelle Praxis der ständigen Befristungen / erstmal nur befristete Einstellung steht dem entgegen. Dies führt zu einem ständigen Gefühl der Unsicherheit und erschwert so z.B. auch die Familiengründung.


Könnten Geschäfte, Gastronomien, Unternehmen etc. nicht verpflichtet werden, am Eingang, bei den Produkten o.äh. zu kennzeichnen, unter welchen Bedingungen ihre Mitarbeiter/innen arbeiten? Ganz wertfrei, z.B. die Anzahl der fest Angestellten, die Art der Beschäftigung anderer, Betriebsrat ja/nein?

Dann hätten Konsumierende diese Infos und könnten informiert entscheiden, ob ihnen der Preis oder die Herstellungs/Arbeitsbedingungen wichtiger sind. Derzeit wird immer behauptet, dass der Preis das Wichtigste sei, aber es ist für Konsumierende häufig sehr schwer herauszufinden, unter welchen Bedingungen an der jeweiligen STelle gearbeitet wird.


Es ist wichtig, dass junge Menschen ihre Zukunft planen können. Für Erwachsene gilt das natürlich genauso. Mit befristeten Verträgen geht das aber nicht. Ein großes Problem ist auch Scheinselbstständigkeit und "Crowdworking" übers Internet.


Neben der monetären muss es möglich sein auch weiterhin nicht-monetäre arbeiten zu können. Ein gesellschaftliches Engagement sollte unterstützt werden.


Flexible Arbeits- und Urlaubszeiten sollten ein Standard werden. Die Arbeit darf nicht nur bestimmen wann man Freizeit hat und wann nicht. Arbeitgeber sollten mehr auf Bedürfnisse der Arbeitnehmer eingehen.


Durch flexiblere Arbeitszeiten und Urlaubszeiten sollte es jungen Menschen möglich sein neben Bildung und Berufsleben auch weitere Erfahrungen zu sammeln.